Propaganda im Netz: Jahresbericht veröffentlicht

Sie tarnen Propagandavideos als Hollywood-Filmtrailer auf Videoplattformen, possieren stolz als Krümelmonster verkleidet mit geklauten „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Schildern und unterwandern Aufklärungskampagnen, in dem sie Hashtags missbrauchen. Rechtsextremisten werden im Netz immer dreister und versuchen so, Nachwuchs zu ködern. Jugendschutz.net hat dazu letzte Woche hier seinen neuen Jahresbericht veröffentlicht.

Krümelmonster

Erstes Treffen des Aktivenkreises fand statt

Am 7. August fand das erste Arbeitstreffen des Netzwerkes für Menschenrechte und Demokratie – Wir sind bunt: Coburg Stadt und Land im Gasthof Grosch in Rödental statt. Es wurden die nächsten Veranstaltungen und Termine geplant und Aktionsideen besprochen. Gute Stimmung und gute Beschlüsse waren das Ergebnis. Wer Lust hat, am nächsten Treffen teilzunehmen oder Ideen für mögliche Veranstaltungen hat, wendet sich einfach an bunt@region-coburg.dev.l.n.r. Mathias Eckardt, Regionsgeschäftsführer des DGB-Oberfranken, Frau Shenton-Schenk, René Hähnlein, Stadtrat, Petra Olson, ADFC Coburg, Saskia Thomas, Kreisjugendring, Stefan Hinterleitner, Regionalmanagement, Alexandra Kemnitzer, Kreisjugendring Coburg-Land, Isabel Zosig, Jasmin Bräutigam, Regionalmanagement, Hildegard Mogalle, Bernd Dreßel, Gemeinde Meeder

Aktivenkreis

 

Pressemitteilung zum Verbot des „Freien Netz Süd“

Die Allianz gegen Rechtsextremismus hat eine Pressemitteilung zum Verbot des „Freien Netz Süd“ herausgegeben. In dieser wird auch zur Vorsicht gegenüber die strukturelle Ersatzgruppierung „III. Weg“ aufgerufen:

„Zum Verbot des „Freien Netz Süd“
Die Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg begrüßt das längst überfällige Verbot des „Freien Netz Süd (FNS)“ durch das Bayerische Innenministerium. Michael Helmbrecht, Vorsitzender der Allianz: „Wir hoffen sehr, dass die lange Verfahrensdauer von gut zwei Jahren nach dem Beschlusses des Landtages nun zu einer tragfähigen und juristisch haltbaren Entscheidung geführt hat.“ Die Rolle der Zivilgesellschaft in ganz Bayern kann hier nicht hoch genug eingeschätzt werden, hat sie doch mit ihrer Wachsamkeit und ihren Beobachtungen erheblich zu einer realistischen Einschätzung des Gefahrenpotenzials durch die Kameradschaft beigetragen. Die Affinität des ́Freien Netz Süd ́ zum historischen Nationalsozialismus und der systematische Aufbau von nordbayrischen aber auch Grenzen überschreitenden Strukturen hat die Organisation besonders gefährlich gemacht. Gleich wohl muss bewusst sein, dass die Kameradschaften frühzeitig für den Verbotsfall vorgesorgt haben, unter anderem durch den Aufbau einer neuen Website, aber auch durch den strukturellen Ersatz des FNS durch den sog. „III Weg“, bereits im September 2013.
Die Allianz gegen Rechtsextremismus fordert, diese klassische rechtsextreme Gruppierung von Anfang an genauso kritisch und konsequent zu beobachten wie dies beim FNS geschehen ist. Aber auch die Zivilgesellschaft ist gefordert, sich der strategischen Ausnutzung gesellschaftspolitisch aktueller Themen durch rechtsextreme Gruppierungen entgegen zu stellen. So versuchen Rechtsextremisten, gezielt Ängste und Vorbehalte gegen Aufnahme und Integration von Flüchtlingen zu schüren und den gesellschaftlichen Diskurs mit populistischen Parolen zu manipulieren. Daneben eignen sie sich weitere sozialpolitische Themen an wie Mindestlohn und soziale Gerechtigkeit und nutzen den Israel-Palästina Konflikt zu antisemitischen Positionierungen. Darüber hinaus bleibt abzuwarten, ob und inwieweit der Wegzug des Fürther Neonazis Matthias Fischer die Szene in Bayern verändert.
Nachfragen unter: Michael Helmbrecht, Vorsitzender
(V.i.S.d.P.)“

Mehr Infos hier.

Nazis im Netz – Infos zu deren Strategien

Die positiven Aspekte des Internets und von Sozialen Netzwerken haben auch Neonazis erkannt. Immer öfter tauchen sie – getarnt als besorgte Bürger – in Netzwerken wie Facebook auf und versuchen mithilfe ganz bestimmter Kommunikationsstrategien im Internet zu mobilisieren, zu rekrutieren und ihren Hass zu verbreiten.

Das „Netz gegen Nazis“ hat nun verschiedene Broschüren zu diesem Thema bereitgestellt. Sie können kostenlos heruntergeladen werden.

1. Viraler Hass: Rechtsextreme Kommunikationsstrategien im Web 2.0:

Viraler HassSie tarnen sich als besorgte Bürgerinnen und Bürger, werfen mit pseudowissenschaftlichen Argumenten um sich, posten offen rassistische Parolen oder verstecken ihre Hetze unter dem Deckmantel des Humors: Neonazis versuchen mithilfe ganz bestimmter Kommunikationsstrategien im Internet zu mobilisieren, zu rekrutieren und ihren Hass zu verbreiten. Eine neue Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung klärt auf und gibt Tipps für Gegenstrategien.

2. Liken. Teilen. Hetzen. Neonazi-Kampagnen in Sozialen Netzwerken:

Liken teilen hetzenSchon lange haben Neonazis die Sozialen Netzwerke als ideale Plattformen zur Verbreitung ihrer menschenverachtenden Propaganda für sich entdeckt. Mal mehr, mal minder subtil versuchen sie, nicht-rechte Userinnen und User anzusprechen und das mittels immer professionellerer Strategien. Die neue Broschüre „Liken. Teilen. Hetzen“ von „no-nazi.net“, die sich direkt an Jugendliche wendet, klärt auf und gibt Gegenstrategien an die Hand.

3. Zwischen Propaganda und Mimikry -Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken:

ProbagandaWenn jemand auf seinem Facebook-Profil ein Bild des Cartoon-Held Bart Simpson postet, kann der bestimmt kein Nazi sein. Das ist doch eine amerikanische Fernsehserie, die kann deutschen Nazis eigentlich nicht gefallen. Aber warum steht auf Barts Pullover „Fuck off Israel“? Und daneben „Nationaler Sozialismus jetzt“? Was Nazis so alles in den sozialen Netzwerken treiben – und warum -, analysiert die neue Broschüre von „Netz gegen Nazis“ und no-nazi.net: „Zwischen Propaganda und Mimikry – Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken“.

4. Neonazis im Web 2.0: Erscheinungsformen und Gegenstrategien:Neonazis web

Die Broschüre fußt auf den Erfahrungen von netz-gegen-nazis.de seit 2009 in unseren eigenen Diskussionsforen, im Projekt „Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis“ und der Kampagne „Soziale Netzwerke gegen Nazis“.

 

 

Alle Broschüren können hier kostenlos heruntergeladen werden.

Buntes Material wird zur Verfügung gestellt

Ihr habt bald eine Veranstaltung und wollt zeigen, dass ihr hinter dem Netzwerk für Menschenrechte und Demokratie steht?

Transparent bunt

Dann stellen wir euch zukünftig kostenlos verschiedene Materialien zur Verfügung, um das auch nach außen zu zeigen: Flyer, Plakate in verschiedenen Größen, Transparente oder Roll-ups.

 

Meldet euch einfach bei der Geschäftsstelle!

„Braun schimmert die Grenze“ – Nazizeit in der Region

Über die Nazizeit in der Region ist unter dem Titel „Braun schimmert die Grenze und treu steht die Mark – Der NS-Gau Bayrische Ostmark/Bayreuth 1933-1945“ ein Buch erschienen. Das 560 Seiten starke Werk erklärt anhand der Bayrischen Ostmark, wie das NS-System verankert und warum Oberfranken eine Hochburg der Nazis war. Geschrieben wurde es von Dr. Albrecht Bald aus Selb.

Mit dem Begriff „Bayrische Ostmark“ bezeichnete die NSDAP ein Gebiet aus Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern, welche es „Bollwerk“ gegen die angebliche Bedrohung aus dem tschechischen Gebiet darstellen sollte. Oberfranken selbst war ein Kernland der Nationalsozialistischen Partei und ein wichtiges Gebiet für deren Aufstieg zur alles beherrschenden Partei. Wie und warum Oberfranken solch ein Kernland wurde, wird in diesem Buch dargestellt.

Dr. Albrecht Bald, pensionierter Studiendirektor, widmet sich seit einigen Jahren der Forschung. Für dieses Buch recherchierte er vier Jahre in verschiedenen Staatsarchiven, unter anderem in Coburg. Grund für seine Forschung zur NS-Zeit: „Weil es die schrecklichste Epoche war und man diese nicht vergessen sollte.“ (NP Coburg, 03.06.2014)

Titel: Braun schimmert die Grenze und treu steht die Mark: Der NS-Gau Bayrische Ostmark/Bayreuth 1933-1945: Grenzgau, Granzlandideologie, wirtschaftliche Problemregion; Bumerang-Verlag Bayreuth, 560 Seiten, Preis: 38,50 €, ISBN: 978-929268-27-0

Wir sind Coburg Internationale Woche

In Coburg leben Menschen aus 112 verschiedenen Nationen – dies zeigt, dass Stadt und Landkreis Heimat für viele Kulturen ist.
Um dieses Miteinander zu fördern, findet derzeit bereits zum 3. Mal vom 14. bis 22. Juni 2014 die internationale Woche in Coburg statt.
Zahlreiche Infos, Aktionen und Workshops bieten die Möglichkeit zum Kennenlernen von Menschen und Nationen aus der ganzen Welt.
Das Programm gibt Einblicke in Bräuche, Traditionen und Kulturen, außerdem werden viele kulinarische Köstlichkeiten angeboten.

Das Programmheft gibt es hier !

Inernationale woche

Kulturfest in Neustadt bei Coburg

Am 14. und 15. Juni fand das Kulturfest der türkischen DITIB Gemeinde in Neustadt bei Coburg statt. Bei strahlendem Sonnenschein wurde den Besucherinnen und Besuchern in der Lindenstraße ein buntes, vielfältiges Fest geboten. Auch das Netzwerk für Menschenrechte und Demokratie war mit einem Infostand vertreten.

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von links: Jasmin Bräutigam, Ilhan Birinci (Sprecher des Netzwerks für Menschrechte und Demokratie), Ramazan Kurt (Vorsitzender DITIB-Gemeinde Neustadt), Carsten Höllein, Selvet Göksu

 

Auf der großen Bühne wurde den ganzen Tag unterschiedlicheste Unterhaltung geboten. Dazu zählten Auftritte verschiedener traditioneller Folklore-Tänzer, zweisprachige Gesangseinlagen des Weidacher Kindergartens und Live-Höhepunkte aus dem deutschen sowie dem türkischen Kulturkreis.IMG_9267 (3)Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. So konnten sich alle Besucherinnen und Besucher traditionelle türkische Gerichte wie Kebab, Köfte oder Süßigkeiten schmecken lassen, welche direkt vor Ort zubereitet wurden.

Im nächsten Jahr soll es wieder ein Kulturfest in Neustadt geben!

Fotos: Carsten Höllein

Widerstand im Kopf – Das Netzwerk beim Wissenschaftsforum Widerstand der Hochschule

DSCF4564In diesem Sommersemester organisierte die Hochschule Coburg eine interdisziplinär angelegte Vorlesung unter dem Titel „Widerstand“ im Stadtbüro fugenlos statt. Betrachtet wurden die vielen verschiedenen Facetten von Widerstand. Ziel der offenen Veranstaltungsreihe war es, eine Verbindung zwischen der Wissenschaft und der breiten Öffentlichkeit zu schaffen. Aus diesem Grund waren nicht nur Studierende eingeladen, sondern auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger.

DSCF4553In der letzten Veranstaltung des Semesters, am 2. Juni 2014, stand die Veranstaltung unter dem Motto „Widerstand im Kopf – Weltoffenheit statt Rassismus für das Coburger Land“. Geschäftsführer Stefan Hinterleitner stellte das Netzwerk „Wir sind bunt: Coburg Stadt und Land“  und dessen Arbeit vor, denn: Das Coburger Land ist bunt. Das war aber nicht immer so: Zu Zeiten des Nationalsozialismus galt Coburg als braune Vorzeigestadt der Nazis. Die Region will aus ihrer Geschichte lernen und nicht dazu verdammt sein, sie erneut zu durchleben. Das Bündnis „Wir sind bunt – Coburg Stadt und Land“ mit inzwischen über 150 Netzwerkpartner hat sich mit dem Ziel gegründet, Bewusstsein für Weltoffenheit, Toleranz, Zivilcourage und Gewaltfreiheit zu stärken. Damit Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung keine Chance mehr haben.DSCF4558

Nach einem kurzen Input-Vortrag diskutierte Stefan Hinterleitner mit den Anwesenden über die Chancen und Möglichkeiten, die ein solches Netzwerk mit sich bringt. Es wurde aber auch über die Schwierigkeiten geredet, die auf ein Netzwerk wie das Unsrige zukommen. Insgesamt wurden viele Ideen angestoßen, die die Geschäftsstelle so weit es möglich ist in naher Zukunft realisieren möchte.

Wir bedanken uns für die tolle Veranstaltung und die vielen Ideen!

„Widerstand im Kopf“ – Das Netzwerk beim Wissenschaftsforum Widerstand

Wissenschaftsforum WiderstandAm Montag, 2. Juni 2014 präsentiert sich das Netzwerk für Menschenrechte und Demokratie unter dem Motto „Widerstand im Kopf – Weltoffenheit statt Rassismus für das Coburger Land“ Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Widerstand“ der Hochschule Coburg im Stadtbüro fugenlos, Herrengasse 7. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr und ist öffentlich.

Das Coburger Land ist bunt. Das war nicht immer so: Zu Zeiten des Nationalsozialismus galt Coburg als braune Vorzeigestadt der Nazis. Aber die Region will aus ihrer Geschichte lernen und nicht dazu verdammt sein, sie erneut zu durchleben. Das Bündnis „Wir sind bunt – Coburg Stadt und Land“ mit inzwischen über 150 Netzwerkpartner hat sich mit dem Ziel gegründet, Bewusstsein für Weltoffenheit, Toleranz, Zivilcourage und Gewaltfreiheit zu stärken. Damit Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung keine Chance mehr haben. Wie das gehen soll, wird im Mittelpunkt dieses Abends stehen.

Nach einem Input-Vortrag von Stefan Hinterleitner gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

Wir freuen uns auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher!