Gemeinsam gegen Rassismus und Rechtsextremismus: Projekt „Partnerschaften für Demokratie“ in Coburg Stadt und Land vorgestellt

Zusammen aktiv werden gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit – das ist das Ziel des Programms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in das nun auch Stadt und Landkreis Coburg aufgenommen wurden. „Coburg ist bunt, und Rechtsextremismus und Rassismus dürfen bei uns keinen Platz haben“, so Oberbürgermeister Norbert Tessmer.
In einem Pressegespräch stellten er, dritter Bürgermeister Thomas Nowak, die Programmbeauftrage Franziska Bartl und der Geschäftsführer der VHS, Rainer Maier nun das Programm vor, das Initiativen gegen Extremismus und Fremdenfeindlichkeit unterstützt: In den „Partnerschaften für Demokratie“ sollen Verantwortliche aus der kommunalen Politik und Verwaltung sowie Aktive aus der Zivilgesellschaft – aus Vereinen und Verbänden über Kirchen bis hin zu bürgerschaftlich Engagierten – zusammenkommen, um sich Hand in Hand gegen Fremdenfeindlichkeit und Extremismus einzusetzen.

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Lokale Initiativen wie zum Beispiel Feste, Diskussionsrunden oder andere Veranstaltungen, die einen interkulturellen und interreligiösen Austausch fördern, können auf Antrag einen Zuschuss erhalten. „Ein gemeinsamer Ausflug der Jugendgruppe der örtlichen Feuerwehr und der Jugendgruppe der türkischen Gemeinde in den Klettergarten könnte zum Beispiel bezuschusst werden“, erklärte Thomas Nowak.
Über die Anträge entscheidet ein Begleitausschuss, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus der kommunalen Verwaltung und anderer staatlicher Institutionen sitzen werden, aber vor allem auch die von Vereinen, Verbänden und engagierten Bürgern. Bereits am 24. Juli findet in Coburg die erste Sitzung des Begleitausschusses statt. „Falls bis dahin schon Anträge eingehen, können vielleicht bald die ersten Projekte verwirklicht werden“, so Franziska Bartl.
Sie leitet ab sofort die Coburger Fach- und Koordinierungsstelle für die „Partnerschaften für Demokratie“, welche unter dem Dach der Volkshochschule angesiedelt ist. Damit wird sie Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Programm sein.
Die „Partnerschaften“ werden die bereits vorhanden Initiativen, die es in Coburg gibt, wie etwa das „Kochen für Weltbürger“ und viele andere, ausgezeichnet ergänzen, sagte OB Tessmer. „Wir wollen eine Willkommenskultur schaffen für alle, für die Coburg Heimat werden soll“, sagte er. „Demokratie bedeuten für mich auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die sich um Flüchtlinge kümmern, die aufstehen und gegen Rassismus und Rechtsextremismus das Wort erheben.“ Gerade Coburg habe aufgrund seiner Rolle im Dritten Reich eine besondere Verantwortung, sich für Demokratie einzusetzen, so Tessmer.
Den thematisch und historisch passenden Rahmen für die Vorstellung des Projekts bildete der Lesesaal des Staatsarchivs. „Denn ein Archiv ist immer auch ein Gedächtnis – in unserem Fall das Gedächtnis eines Staats und seiner demokratischen Entwicklung“, sagte Johannes Haslauer, Leiter des Staatsarchivs. Mit der VHS übernehme ein Träger die Verantwortung, der im demokratischen schon immer alle Bevölkerungsschichten angesprochen habe, so der Geschäftsführer der VHS, Rainer Maier. „Den Antrag von Stadt und Landkreis, Fach- und Koordinierungsstelle zu sein, nehmen wir deshalb gerne an.“

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